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Bücher für junge Leser

"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."

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Papa, was ist ein Fremder?

Gespräch mit meiner Tochter.

Von  Tahar BenJelloun. Papa, sag was ist ein Fremder? Diese naive Frage seiner zehnjährigen Tochter war der Zündfunken für den heute in Frankreich lebenden marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Auf der Suche nach der richtigen Antwort entwickelt sich ein Gespräch zwischen Vater und Tochter, das rasch von Ausländern, Fremde über Vorurteile bis zu Rassismus und Genozid führt.
Wie aktuell das Thema ist, lässt sich an den kriegerischen Auseinandersetzungen im Kosovo ablesen. Wer hätte gedacht, dass am Ende des 20. Jahrhunderts immer noch "ethnische Säuberungen" und Massaker an Menschen vorherrschende Themen sein werden?
Tahar Ben Jelloun geht sensibel mit Begriffen wie zum Beispiel Antisemitismus um. Er versucht seiner Tochter zu erklären, was sich dahinter verbirgt, auch wenn es für das Mädchen mitunter schwer nachzuvollziehen ist, wie engstirnig Menschen denken können. "Fremdenhass entsteht aus dreierlei Gründen: aus Angst, aus Unwissenheit und aus Dummheit."
Es ist ein wichtiges Anliegen des Buches, den Blick kleiner Kinder zu weiten und ihnen ein Beispiel an Toleranz vorzuleben, denn Tahar Ben Jelloun weiß als Marokkaner in Frankreich genau, wovon er spricht. "Die Fremden fordern ja nicht, dass wir sie lieben, sondern dass wir ihre menschliche Würde achten. Jemanden achten bedeutet, sein Anderssein anzuerkennen und darauf Rücksicht zu nehmen."
Kein Wunder, dass das feinfühlige Gespräch mit den klar verständlichen Erläuterungen zwischenzeitlich in Frankreichs Schulen zur Pflichtlektüre gehört, denn es bietet zum einen interessierten Schülern eine Menge Antworten und den Lehrern eine fundierte Diskussionsgrundlage.
Manuela Haselberger


Mama, was ist Auschwitz?

MC oder CD

Von Annette Wieviorka. Ist es möglich, Auschwitz zu erklären? Wie kann man Jugendlichen vermitteln, dass die Nazis all ihre Energie aufboten, um in ganz Europa Millionen Menschen zu ermorden? Mit diesem Problem sieht sich die renommierte Holocaust-Forscherin Annette Wieviorka konfrontiert, als ihre Tochter dreizehn ist. Zum ersten Mal beginnt Mathilde, ihre Mutter offen und direkt nach der Vergangenheit zu fragen.

Es entsteht ein Dialog, den Iris Berben und ihr Sohn eindrucksvoll zu Gehör bringen. Erhältlich als MC oder CD


Der Roboter vom Flohmarkt. Route Z.

 Zwei Zukunftsgeschichten

Von  Tonke Dragt. Edu hat Bob von seinem Taschengeld auf dem Flohmarkt gekauft, damit er die Hausaufgaben für ihn macht. Bob ist ein Roboter, nicht mehr so ganz auf dem neuesten Stand und alles andere als perfekt. Aber er nützt Edu, wenn auch auf ganz andere Weise, als Edu gedacht hat. Bart Doran, Held der zweiten Geschichte dieses Buches, ist recht eigenwillig ...


Ganz schön blauäugig.

Von Mats Berggren. Sara hat sich in Johan verliebt. Zu spät bekommt sie mit, dass er und seine Freunde ausländerfeindliche Schlägertypen sind. Nun steht sie da im Konflikt zwischen Gefühl und Gewissen.

Sara und ihre beste Freundin sind absolut genervt von der Schule, langweilen sich und wissen nicht, wie sie die Zeit rumbringen sollen. Der einzige Lichtblick im Strom der Langeweile: Jungs. Sara sucht den Kick. Und den spürt sie, als sie Johan zum ersten Mal sieht. Nur einen kurzen Augenblick, dann ist er wieder verschwunden. Aber diese strahlend blauen Augen, diese Mischung aus "Unschuld und Sommerhimmel" brennen sich in ihre Hirnrinde ein. Jetzt begegnen sie sich öfters kurz, treffen sich, und Sara ist trotz aller Warnungen im siebten Himmel. Doch dann erlebt Sara, wie Johan und seine Kumpane in einer Pizzeria randalieren und den Wirt beschimpfen. Sie hält es nicht mehr aus und flieht nach Hause. Als sie dann auch noch von Johan und aus der Zeitung erfährt, dass sie sich anschließend noch einen "Kanaken" gerächt hätten, versucht sie mit Johan vergeblich zu reden – und zeigt ihn schließlich bei der Polizei an. Johan kommt dahinter und bedroht sie. Nur mit letzter Mühe kann sie ihn sich vom Leib halten. Auch nach seiner Verhaftung lassen seine Kumpane sie nicht in Ruhe. Und als sich herumspricht, dass sie ihren Freund verpfiffen hat, wird sie auch noch in der Schule und in der Nachbarschaft gemieden. Schließlich fasst sie sich ein Herz und erzählt alles ihren Eltern, die sonst nie Zeit für sie haben. Nun nehmen sie sich die Zeit und geben ihr absolute Rückendeckung. Damit kann sie die nächsten Wochen überstehen und ganz langsam, gebrannt, aber ein bisschen klüger und gestärkt wieder zu ihrem Alltag zurückfinden.


Erzählt es euren Kindern.

Von Stephane Bruchfeld und Paul A. Levine. Die Originalausgabe dieses Buches ist binnen zwei Jahren in Schweden in einer Millionenauflage verbreitet worden. Es zeigt an Einzelschicksalen, was Menschen anderen Menschen antun können, wenn demokratische Werte missachtet und durch eine Weltanschauung der Intoleranz, des Hasses und Gewalt ersetzt werden. Und es schildert die wesentlichen Tatsachen des Holocaust, der systematischen Ermordung der Juden Europas durch das nationalsozialistische Deutschland.


Billy

Leider nicht mehr lieferbar.

Von Albert French . Mississippi 1937: Billy, ein zehnjähriger farbiger Junge, tötet versehentlich ein weißes Mädchen. Albert French erzählt in bewegenden Bildern aus dem Blickwinkel des Kindes die authentische Geschichte des Billy Lee aus Banes County, der 1937 auf den elektrischen Stuhl kam, weil für die Richter und Geschworenen letztendlich seinen Hautfarbe über Schuld und Unschuld entschied.


Todesstrafe.

Kinder vor der Hinrichtung.

Von Jocelyne Sauvard. Die Todesstrafe erfreut sich wachsender Beliebtheit in den USA - in einem Land , das sich einst als Wiege der Menschenrechte verstand. Die Zustimmung der Bevölkerung steigt mit den Zahlen derer, die vom Gericht zum Tod auf dem elektrischen Stuhl oder durch die Giftspritze verurteilt werden. Die meisten von ihnen sind schwarz. Manche von ihnen sind unschuldig. Und manche von ihnen sind Kinder: 15 Jahre alt - und am Ende des Ganges lauert der Tod. Zu jung, um wählen zu dürfen, aber alt genug zum Sterben.

In diesem Buch werden die Geschichten zweier Jugendlicher aus der "Death Row" erzählt - schockierende Berichte. Die die menschenverachtende Grausamkeit dieser Justiz offenbar werden lassen. Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge informiert ein Sachteil über die Todesstrafe auch in anderen Ländern, über ihre Geschichte, ihren rassistischen Charakter sowie über das Thema Gesellschaft und Kriminalität.


Elaines Entscheidung.

Kurzgeschichten zur Todesstrafe.

Von Helma Felzer. Wer sind die Frauen und Männer, die in amerikanischen Todestrakten oft jahrelang mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen? Was fühlen sie, ihre Angehörigen und die Familien ihrer Opfer? Diesen Fragen geht Helma Felzer in ihren zehn Kurzgeschichten rund um das Thema Todesstrafe in den USA nach. Die Geschichten zeigen dem Leser anhand von Fallbeispielen die Lückenhaftigkeit des amerikanischen Rechtssystems, das von der Justiz oft als das gerechteste der Welt verteidigt wird. In ihren Kurzgeschichten thematisiert Felzer auch, dass die Todesstrafe häufig Mittel für skrupellose Politiker ist, sich Wählerstimmen zu verschaffen.

Daneben stellt die Autorin in Frage, ob der Schmerz auf Seiten der Opfer und der Angehörigen wirklich verschwindet, wenn das Prinzip Rache angewandt und der Mörder hingerichtet worden ist. Wichtig ist Helma Felzer eine differenziertere Darstellung der Menschen in den Todestrakten, die von den Medien oft publikumswirksam, aber nicht adäquat als "Dämonen" und "Monster" mit "blutrünstigen, schwarzen Augen" dargestellt werden. (Ute Sautmann)

Leseprobe: ... Seit zehn Jahren war Dad im Todestrakt. Als Maria ihn die ersten Male besuchte, war sie eine Sechsjährige, die versuchte, ihren Dad zu umarmen, die Wangen an seine zu pressen. Kalt hatte die dicke, drahtbezogene Scheibe im Besuchsraum ihre Berührung abgewiesen. ... Die Scheibe verfolgte Maria in ihren Träumen, ein menschenverschlingender Höllenhund, in dessen durchsichtigem Bauch die Gefangenen mit verzerrten Gesichtern und ausgestreckten Armen verzweifelt nach Hilfe schrien. Die Schreie, die am glatten Glasbauch des Ungeheuers abprallten, drangen niemals nach außen. ... Wenn sie nur eine Freundin hätte, mit der sie ihre Angst teilen könnte! Unwillkürlich fiel ihr Veronica ein. Sie war fünfzehn, wie Maria. Die beiden waren sich nie begegnet, aber Maria hatte Veronica oft im Fernsehen gesehen. ... Einmal hatte ein populärer Talkmaster, der für seine Unverfrorenheit berühmt war, Veronica aus der Reserve gehetzt. Mit fieberrotem, wutverzerrtem Gesicht hatte sie geschrien: "Was ich den Männern gegenüber fühle, die Dad getötet haben? Gott hat den einen sofort gestraft. Ich will den anderen sterben sehen!" Marias Magen verkrampfte sich bei der Erinnerung an die Szene. ... Wie ein flüchtendes Rudel Rehe stürmten die Gedanken durch Marias Bewusstsein. Erinnerungen rasten hinterher. Sie hörte wieder Veronicas Mutter, die vom Podium aus ins Mikrophon schrie: "Dieser Mann ist ein Dämon! Seht euch seine blutrünstigen schwarzen Augen an!" ... Bei ihrem nächsten Besuch hatte Maria Dads Gesicht hinter der Glasscheibe gründlich erforscht. Sie hatte weder ein teuflisches Glänzen noch Blutdurst darin finden können, nur Müdigkeit und manchmal einen Anflug von Lächeln, wenn sie ihm von ihren guten Schulnoten erzählte. Sich Dad vorzustellen, wie er Veronicas Vater tötete, war Marias Alptraum. ... Wieder kreisten Marias Gedanken um Veronica. Veronica mit ihrem blassen, verschlossenen Gesicht und ihrer Mutter, die sie zu Veranstaltungen und Fernsehshows schleppte, um öffentlich Sühne für den Mord an Veronicas Vater zu fordern. Veronica, ein Mädchen wie Maria, allein und ohne Freunde. Veronica, die Dad sterben sehen will. Warum willst du mir weh tun, Veronica? Wird mein Schmerz dir Ruhe bringen? Warum willst du, dass ich Dad für immer verliere? Dass ich hier sitze und seine letzten Minuten zähle? Maria schaut zur Küchenuhr. Zwei Minuten nach Mitternacht. Sie haben Dad getötet. ...



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Klaus Kuhnert
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Stand: Sonntag, 08. Januar 2006