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Gedanken zur Todesstrafe

 Von Susanne Schmidt

Gegen die Todesstrafe

Wer hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden?

Grausamkeit:

Die Todesstrafe ist die grausamste, unmenschlichste und erniedrigernste Form der Bestrafung. Sie ist die Verweigerung des Rechts auf Leben, das in der internationalen Menschenrechtskonvention festgelegt und von vielen Staaten anerkannt ist. Die USA verstößt also eindeutig gegen die Menschenrechte.

Keine Hinrichtung kann völlig schmerzlos durchgeführt werden und bei allen verfügbaren Methoden wie elektrischer Stuhl, tödliche Injektion, Gaskammer usw. kann es Minuten dauern, bis der zu tötende wirklich tot ist.

Gleiches nicht mit Gleichem vergelten

Unwiderruflichkeit:

Jede Hinrichtung ist unwiderruflich und kann auch einen Unschuldigen treffen. In einer Studie fand man heraus, dass zwischen 1900 und 1985 350 Menschen unschuldig zum Tode verurteilt wurden, 23 davon sind exekutiert worden. Ein solcher Fehler kann niemals wieder gutgemacht werden. In Illinois als Beispiel wurden in 10 Jahren 11 Unschuldige verurteilt, die dann wieder freigelassen werden mussten. Heute hat Illinois das Problem erkannt und die Todesstrafe abgeschafft.

Warum töten wir Menschen, die Menschen töten, um den Menschen zu zeigen, dass Töten falsch ist?

Unmenschlich:

Die Todesstrafe lässt sich   mit keiner anderen Strafe vergleichen. Keine andere Strafe löscht die Persönlichkeit des Täters vollständig aus. Die Todesstrafe zerstört die Möglichkeit, eine Untat zu sühnen. Sie schließt Reue, Besserung oder Wiedergutmachung aus. ein Staat, der Menschen hinrichtet, untergräbt damit die Geltungskraft des Tötungsverbots, das er schützen sollte.

Vergebung statt Vergeltung.

Angehörige des Hingerichteten:

Man vergisst oft die Angehörigen von den hingerichteten Personen. Haben die nicht auch ein Recht auf Vergeltung? Ist es gerecht, wenn nun eine Familie mehr trauern muss. Kann es nicht sein, dass ein Angehöriger dieser Familie nun zum Mörder wird? Ist dies der Zweck der Todesstrafe?

Schon Jesus wurde hingerichtet - unschuldig.

Willkürlich:

Die Todesstrafe ist willkürlich! Gewisse Staaten setzen die Todesstrafe bewusst als Druckmittel gegen religiöse und ethnische Minderheiten sowie gegen politisch Oppositionelle ein. Dies betrifft vor allem China.

Meinung des Papstes:

Er ist gegen "Amerikas Todeskultur" [Orginalton Papst].

Erniedrigend:

Todesstrafe ist Folter! Es gibt keine menschliche Hinrichtungsmethode, egal wie unblutig sie vollzogen wird. Die psychische Gewalt, die auf eine Todesstrafenkandidaten ausgeübt wird, ist grausam und menschenverachtend.

"Die Todesstrafe ist typisch für eine Gesellschaft, die für Gewalt und Kopf-Ab mit Pop-Korn abonniert ist."

Diskriminierung:

An Armen und Angehörigen von Randgruppen wird die Todesstrafe unverhältnismäßig oft angewendet. In Texas ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Farbiger, infolge eines Mordes an einem Weißen zum Tode verurteilt wird, sechs mal höher als im umgekehrten Fall.

Abschreckung:

Es ist so, dass die Todesstrafe gar keine erhoffte abschreckende Wirkung zeigt, denn in Ländern, in denen die Todesstrafe abgeschafft wurde, konnte man keinen Anstieg von Gewaltverbrechen feststellen. Mehrere Studien beweisen sogar das Gegenteil. Wie ist es beispielsweise zu erklären, dass die Mordrate in den USA wesentlich höher ist als in Kanada, das die Todesstrafe abgeschafft hat. Siehe auch Wiederholungstäter-Argument bei pro.

Jugendliche, Geisteskranke:

Die USA ist das fast einzige Land, in dem die Hinrichtung von 16- und 17jährigen Jugendlichen erlaubt ist. Die erste wurde natürlich in Texas ausgeführt und Texas hat auch jetzt die höchste Zahl jugendlicher Straftäter im Todestrakt.1995 waren in den USA etwa 50 Jugendliche im Todestrakt, 17 davon waren alleine in Texas. In Texas wird auch die Exekution von Geistigen Minderbemittelten oder Geisteskranken vollzogen. Johnny Anderson wurde 1990 exekutiert, war aber nicht fähig, die Monate eines Jahres zu nennen.

Missbrauch für politische Zwecke:

"44 Mörder in die Todeszelle geschickt zu haben" rühmte sich 1994 ein Staatsanwalt während seiner Wahlkampagne. Und Bill Clinton begnadigte in seiner Amtszeit in Arkansas keinen einzigen Todeskandidaten. Wer Stärke beweist, wird gewählt.

Für die Todesstrafe

Vergeltung?

Haben nun die angehörigen des Hingerichteten nicht auch ein Recht auf Vergeltung?

Abschreckung?

Stimmt nicht; siehe Abschreckung als contra.

Wiederholungstäter?

Stimmt nicht; die meisten Morddelikte geschehen im Affekt, im Reflex, und der Täter überlegt sich gar keine Konsequenzen und ist kein Wiederholungstäter.

Weniger Kosten?

Stimmt nicht; Studien ergaben, dass eine Hinrichtung 6 mal teurer als 40 Jahre Gefängnis ist.

Einfache Lösung?

Ist die Frage über Leben und Tod so einfach?

Öffentliche Meinung der Bürger?

Nicht abzustreiten: 70% der Amerikaner sind für die Todesstrafe. In Texas ergab eine Meinungsumfrage, dass wenn die Besserung eines Todeskandidaten bewiesen werden könnte, dass immer noch knapp die Mehrheit für den Tod wäre » beängstigend! Auch der Papst richtet sich mit den Worten "Amerikas Todeskultur" gegen die Todesstrafe. Meine Meinung: "Die Todesstrafe ist typisch für eine Gesellschaft, die für Gewalt und Kopf-Ab mit Pop-Korn abonniert ist."

Reflexion

Die Gegner der Todesstrafe müssen für die Abschaffung der Todesstrafe immer genau bewiesene und hieb- und stichfeste Argumente vorbringen. Aber wieso nicht die Befürworter, die Todesstrafe kann man nämlich niemals rechtfertigen. Die Befürworter sind in Beweisnot geraten!

( Susanne Schmidt )


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Klaus Kuhnert
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Stand: Sonntag, 08. Januar 2006