Junge Leser

“Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”
(Erich Kästner)


Papa, was ist ein Fremder? 

Gespäche mit meiner Tochter

«Papa, was ist ein Fremder? Wieso haben manche Menschen schwarze Haut und andere Menschen weisse Haut? Sind Ausländer anders als wir? Ist Rassismus normal? Könnte auch ich zu einer Rassistin werden? Was können wir denn tun, damit die Menschen einander nicht hassen, sondern gern haben?»
Diese und andere schwierige Fragen stellt die zehnjährige Mérièm ihrem Vater, dem berühmten französisch-maghrebinischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Und der Vater erklärt der Tochter in einem einfachen und anschaulichen Gespräch, wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entstehen und welche Folgen sie haben: wie Vorurteile in Diskriminierungen münden können; wann Rassismus und Kolonialismus zu Sklaverei und Völkermord geführt haben; aber auch, dass niemand als Rassist geboren, sondern erst durch die Verhältnisse dazu gemacht wird.


Mama, was ist Auschwitz?

Preis: Derzeit nicht verfügbar

Ist es möglich, Auschwitz zu »erklären«? Wie will man einem jungen Mädchen vermitteln, dass die Nazis all ihre Energie aufboten, um Millionen Menschen zu ermorden, nur weil sie Juden waren? Mit diesem Problem sieht sich Annette Wieviorka konfrontiert, als ihre 13-jährige Tochter sie nach dem Schicksal einer jüdischen Freundin fragt. Mutter und Tochter sprechen über Antisemitismus, über die Vernichtung der Juden, über das Warschauer Ghetto, über die Frage nach der Schuld und die Pflicht zur Erinnerung.


 Billy

Preis: Derzeit nicht verfügbar

Mississippi 1937: Billy, ein zehnjähriger farbiger Junge, tötet versehentlich ein weißes Mädchen.

Albert French erzählt in bewegenden Bildern aus dem Blickwinkel des Kindes die authentische Geschichte des Billy Lee aus Banes County, der 1937 auf den elektrischen Stuhl kam, weil für die Richter und Geschworenen letztendlich seinen Hautfarbe über Schuld und Unschuld entschied.


Elaines Entscheidung.

Kurzgeschichten zur Todesstrafe in den USA

Wer sind die Frauen und Männer, die in amerikanischen Todestrakten oft jahrelang mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen? Was fühlen sie, ihre Angehörigen und die Familien ihrer Opfer? Diesen Fragen geht Helma Felzer in ihren zehn Kurzgeschichten rund um das Thema Todesstrafe in den USA nach. Die Geschichten zeigen dem Leser anhand von Fallbeispielen die Lückenhaftigkeit des amerikanischen Rechtssystems, das von der Justiz oft als das gerechteste der Welt verteidigt wird. In ihren Kurzgeschichten thematisiert Felzer auch, dass die Todesstrafe häufig Mittel für skrupellose Politiker ist, sich Wählerstimmen zu verschaffen.

Daneben stellt die Autorin in Frage, ob der Schmerz auf Seiten der Opfer und der Angehörigen wirklich verschwindet, wenn das Prinzip Rache angewandt und der Mörder hingerichtet worden ist. Wichtig ist Helma Felzer eine differenziertere Darstellung der Menschen in den Todestrakten, die von den Medien oft publikumswirksam, aber nicht adäquat als “Dämonen” und “Monster” mit “blutrünstigen, schwarzen Augen” dargestellt werden.
(Ute Sautmann)

Leseprobe: … Seit zehn Jahren war Dad im Todestrakt. Als Maria ihn die ersten Male besuchte, war sie eine Sechsjährige, die versuchte, ihren Dad zu umarmen, die Wangen an seine zu pressen. Kalt hatte die dicke, drahtbezogene Scheibe im Besuchsraum ihre Berührung abgewiesen. … Die Scheibe verfolgte Maria in ihren Träumen, ein menschenverschlingender Höllenhund, in dessen durchsichtigem Bauch die Gefangenen mit verzerrten Gesichtern und ausgestreckten Armen verzweifelt nach Hilfe schrien. Die Schreie, die am glatten Glasbauch des Ungeheuers abprallten, drangen niemals nach außen. … Wenn sie nur eine Freundin hätte, mit der sie ihre Angst teilen könnte! Unwillkürlich fiel ihr Veronica ein. Sie war fünfzehn, wie Maria. Die beiden waren sich nie begegnet, aber Maria hatte Veronica oft im Fernsehen gesehen. … Einmal hatte ein populärer Talkmaster, der für seine Unverfrorenheit berühmt war, Veronica aus der Reserve gehetzt. Mit fieberrotem, wutverzerrtem Gesicht hatte sie geschrien: “Was ich den Männern gegenüber fühle, die Dad getötet haben? Gott hat den einen sofort gestraft. Ich will den anderen sterben sehen!” Marias Magen verkrampfte sich bei der Erinnerung an die Szene. … Wie ein flüchtendes Rudel Rehe stürmten die Gedanken durch Marias Bewusstsein. Erinnerungen rasten hinterher. Sie hörte wieder Veronicas Mutter, die vom Podium aus ins Mikrophon schrie: “Dieser Mann ist ein Dämon! Seht euch seine blutrünstigen schwarzen Augen an!” … Bei ihrem nächsten Besuch hatte Maria Dads Gesicht hinter der Glasscheibe gründlich erforscht. Sie hatte weder ein teuflisches Glänzen noch Blutdurst darin finden können, nur Müdigkeit und manchmal einen Anflug von Lächeln, wenn sie ihm von ihren guten Schulnoten erzählte. Sich Dad vorzustellen, wie er Veronicas Vater tötete, war Marias Alptraum. … Wieder kreisten Marias Gedanken um Veronica. Veronica mit ihrem blassen, verschlossenen Gesicht und ihrer Mutter, die sie zu Veranstaltungen und Fernsehshows schleppte, um öffentlich Sühne für den Mord an Veronicas Vater zu fordern. Veronica, ein Mädchen wie Maria, allein und ohne Freunde. Veronica, die Dad sterben sehen will. Warum willst du mir weh tun, Veronica? Wird mein Schmerz dir Ruhe bringen? Warum willst du, dass ich Dad für immer verliere? Dass ich hier sitze und seine letzten Minuten zähle? Maria schaut zur Küchenuhr. Zwei Minuten nach Mitternacht. Sie haben Dad getötet. …


Die Bücherdiebin

Eine unvergessliche Geschichte: lebensfreudig und tragisch, wütend und tröstend

Sie hielt immer noch das Buch in der Hand. Verzweifelt klammerte sie sich an die Worte, die ihr das Leben gerettet hatten.

1939, Nazideutschland. Der Tod hat viel zu tun und eine Schwäche für Liesel Meminger.

Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ lernt sie lesen und stiehlt fortan Bücher, überall, wo sie zu finden sind: aus dem Schnee, den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt, die sie auch nicht verlässt, als die Welt um sie herum in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München – und sie überlebt, weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.

Tragisch und witzig, wütend und zutiefst lebensbejahend – vom dunkelsten und doch brillantesten aller Erzähler: dem Tod.

Eine Kindheit in Nazideutschland
(Der australische Jugendbuchautor Markus Zusak im Gespräch mit Ute Wegmann, 12.04.2008)


Der Roboter vom Flohmarkt
Route Z

Zwei Zukunftsgeschichten

Von Tonke Dragt. Warum ist Edu Planetenforscher geworden und Bart Doran Maler? Der Roboter vom Flohmarkt und Route Z sind gewissermaßen die Vorgeschichten zu Tonke Dragts Romanen Turmhoch und meilenweit und Tigeraugen. Edu (in der ersten Geschichte) und Bart Doran (in der zweiten) machen die aufregende Erfahrung, dass es in einer durch Technik geregelten Welt trotzdem auf sie selbst ankommt.

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